Zum Tod von Prof. Dr. Gerhard Scherhorn

Professor Dr. Gerhard Scherhorn ist am 28. Februar 2018 kurz nach seinem 88. Geburtstag gestorben. Obwohl der Tod von Professor Scherhorn nicht wirklich überraschend kam – er litt an den Folgen eines Verkehrsunfalls im Juni 2013 und erholte sich von den schweren Verletzungen nie mehr vollständig – löst sein Tod allgemein Betroffenheit und Trauer aus. Auch bei CRIC: denn Professor Scherhorn war nicht nur einer der geistigen Väter von CRIC, sondern auch ein verlässlicher und wichtiger Impulsgeber der ethisch-nachhaltigen Geldanlage.

Nach seiner Promotion im Jahr 1959 habilitierte er sich im Jahr 1966 in Köln im Bereich Wirtschaftliche Staatswissenschaften. Dies war nicht nur der Beginn seiner eindrucksvollen akademischen Karriere an mehreren Universitäten, sondern auch seiner umfassenden und überaus produktiven Tätigkeit in verschiedenen Einrichtungen und Funktionen. Als einer der Hauptautoren des Frankfurt-Hohenheimer Leitfadens im Jahr 1997 schuf er wesentliche Grundlagen für das ethisch-nachhaltige Investment, im Jahr 2000 war er eine treibende Kraft für die Gründung des Vereins CRIC. Über seine Arbeit in der Projektgruppe Ethisch-Ökologisches Rating, die über viele Jahre auch den wissenschaftlichen Beirat von CRIC bildete, war er uns nicht nur eine große inhaltliche Stütze. Er war auch ein kritischer Mahner, der uns stets daran erinnerte, dass Nachhaltigkeit ein Entwicklungsprozess ist: „Eine unmissverständliche Definition des Nachhaltigen Wirtschaftens: Überlegungen zur Revision des Frankfurt-Hohenheimer Leitfadens“ lautet der Titel seines letzten Vortrags, den er am 8. März 2013 anlässlich seiner Ernennung zum Ehrenmitglied bei CRIC gehalten hat.

Der Tod von Gerhard Scherhorn bedeutet nicht nur den Verlust eines brillanten Vordenkers für nachhaltiges Wirtschaften. Für viele von uns war Gerhard Scherhorn auch ein Freund und Vorbild. Seine weitsichtigen Beiträge zu Fragen der Umgestaltung der Gesellschaft und Ökonomie werden uns weiterhin auf vielfältige Weise Inspiration sein.  Unsere aufrichtige Anteilnahme und unser tiefstes Mitgefühl gelten seiner Familie und besonders seiner Frau, Monika von Brandt.

Zahlreiche Publikationen von Prof. Dr. Gerhard Scherhorn sind in der in der Online-Bibliothek des Wuppertal Instituts zu finden. 

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