Österreich: Startschuss für Green Finance Agenda und Divestment-Beschluss der Bischofskonferenz

Die österreichische Regierung entwickelt eine Green Finance Agenda. Dies haben Finanzminister Hartwig Löger und Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger am 28. Februar bekannt gegeben. Hierfür ist unter gemeinsamer Leitung der Bundesministerien für Finanzen und für Nachhaltigkeit eine so genannte Fokusgruppe eingerichtet worden.

Laut Angaben der Ministerien wirken in dieser Schlüsselakteure des österreichischen Finanzsektors mit, die sich in den kommenden Monaten der Frage widmen werden, wie der heimische Finanzmarkt einen Beitrag zu den Klima- und Energiezielen leisten kann. Von weiteren ökologischen oder sozialen Ziele im Sinne eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatzes war nichts Konkretes zu vernehmen. Allerdings beziehen sich die Ministerien in ihrer Mitteilung neben dem Klimaabkommen von Paris auch explizit auf die UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.

Ergebnisse sind zum Jahresende zu erwarten

Neben Fachleuten aus den Ministerien werden sich in die Fokusgruppe auch Vertreterinnen und Vertreter weiterer öffentlicher wie auch privater Institutionen einbringen, unter anderem aus der Österreichischen Nationalbank, der Finanzmarktaufsicht Österreich, der Österreichischen Kontrollbank, der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur, der Wiener Börse, Unternehmen der Banken- und Versicherungsbranche, wie auch aus der Wissenschaft. Die Fokusgruppe wird 2019 mehrmals zusammentreffen. Konkrete Ergebnisse sind mit Jahresende zu erwarten.

Bereits im Mai vergangenen Jahres hatte die österreichische Bundesregierung eine Klima- und Energiestrategie beschlossen, in der nachhaltige Finanzen als wichtiger Bereich hervorgehoben werden. Green Finance wird dort als eines von zwölf Leuchtturmprojekten aufgeführt.

Katholische Kirche: Ausstieg aus Kohle, Öl und Erdgas

Auch bei der katholischen Kirche des Alpenstaats stehen die Zeichen auf Klimaschutz. Die Österreichische Bischofskonferenz hat am 22. März 2019 bekannt gegeben, in den nächsten fünf Jahren mit ihren Vermögen aus allen Unternehmen auszusteigen, die fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl oder Erdgas fördern bzw. produzieren. "Kirchliche Finanzmittel dürfen keine zerstörerische Wirkung auf das Klima haben", unterstreichen die Bischöfe. Daher sei der Beschluss gefallen, die Divestment-Erklärung im Rahmen des "Global Catholic Climate Movement" (GCCM) zu unterzeichnen und die ethischen Veranlagungsrichtlinien, hiermit ist die im Januar 2018 veröffentlichen FinAnKo-Richtlinie gemeint, entsprechend anzupassen.

Dieser Vollausstieg gelte für alle Diözesen, die Österreichische Bischofskonferenz und alle ihre Einrichtungen. Um die Anwendung und Interpretation der jetzt verschärften ethischen Veranlagungsrichtlinien zu sichern, wird laut der Bischofskonferenz zudem als neues Instrument eine Ständige Kommission eingerichtet. Angaben von GCCM zufolge ist die Österreichische Bischofskonferenz nach Belgien und Irland die dritte Bischofskonferenz weltweit, welche ihr Divestment öffentlich erklärt.

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