Maßnahmenpaket der EU zur Taxonomie, Nachhaltigkeits-Berichterstattung und mehr

Der im Green Deal angekündigte Vorschlag für eine überarbeitete CSR-Richtlinie, die detaillierten Kriterien für Taxonomie-kompatible Wirtschaftstätigkeiten im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel sowie weitere Rechtsakte, darunter derjenige zur Nachhaltigkeitsfrage in der Finanzberatung: All dies hat die EU-Kommission am 21. April veröffentlicht.

Die CSR-Richtlinie firmiert ab sofort unter neuem Namen: Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Mit dem Abschied von der alten Bezeichnung Non-Financial Reporting Directive ist damit die klare Botschaft verbunden, Nachhaltigkeit nicht mehr als „nicht-finanziell“ zu betrachten.  

Wesentliche Neuerungen des Vorschlags umfassen, die Anzahl der berichtspflichtigen Unternehmen stark auszuweiten – von bislang ca. 11.000 auf 50.000 –, die Anforderung zu stärken, im Sinne des Konzepts der doppelten Materialität zu berichten, und verbindliche Standards insbesondere für große Unternehmen.

Umstritten: Rechtsakte zur Taxonomie

Die Rechtsakte (mit Anhang 1 und 2) zu den Umweltzielen eins und zwei der Taxonomie, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel, waren und sind weiterhin umstritten. Während die Entscheidungen zu Gas und Kernkraft erstmal vertagt wurden, sind die Bereiche Biomasse und Waldwirtschaft in den Rechtsakten hoch umstritten. Einige Mitglieder der Platform on Sustainable Finance haben lassen aus Protest gegen die Abweichungen von den wissenschaftsbasierten Vorgaben der TEG ihre dortigen Tätigkeiten ruhen (mehr Infos z. B. hier).

Die verpflichtende Nachhaltigkeitsfrage in der Finanzberatung wird ab Mai 2022 Realität werden. Entsprechende Anpassungen in MiFiD und IDD sind ebenfalls veröffentlicht worden.

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